08.03.2020, 22:15
Outfit | Samstagabende waren ihr schon immer die liebsten, denn der Club war dann meist bis zum Erbrechen gefüllt und man konnte schon um Mitternacht die Türen hinter sich schließen. Man war sich sicher, dass keine Person mehr hineingehen würde, sonst würde man sich nicht mehr bewegen können. Fabienne beobachtete das Treiben und das Füllen der Tanzfläche mit einer Genugtuung, die man ihr auch vom Weiten ansehen konnte. Sie hätte in allen Clubs dieses Landes auflegen können und doch war sie immer im ORACLE anzutreffen und liebte es hier die neusten Songs ihrer Platte spielen zu können. Sie war Chuck, den sie niemals auch nur im Leben Charles nennen würde, unheimlich dankbar und zeigte es mit ihrer Loyalität ihm gegenüber. Sie hatte schon mehrere Angebote bekommen und doch machte es ihr hier einfach immer noch am meisten Spaß. Der Raum gab immer ihre Klänge am Besten wider und auch wenn sie von der Fläche aus nicht zu weit entfernt war, konnte es keiner wagen auch nur einen Schritt hier zu ihr hier hoch zu machen. Immerhin war sie hier der Star, niemand konnte das noch verneinen und hätte es jemand gewagt, dann hätte sie einfach nur gelacht. Die letzte Platte hatte sich wie von alleine verkauft und manche waren sogar nur hier um sie zu sehen. Aufmerksamkeit, das war es was man ihr hier gab und worin sie sich sonnte wie sonst früher immer in Nizza am Strand und konnte davon nie wirklich genug bekommen. Ihre langen – heutigen – roten Haare flogen durch die Luft, während sie sich hinter ihrem Pult genauso bewegte wie die Menge vor ihr. Der Zauberstab lag in ihrer Handfläche und hin und wieder wurden die Wasser- und Windzauber, die sie für ihre Turn Tables brauchte, nur hochgehoben um ein wenig magisches Konfetti oder auch einfach ein wenig Glitzer in die Menge fliegen zu lassen und man konnte ihr deutlich ansehen, dass das was sie tat ihr auch wirklich Spaß machte. Nichts und niemand, noch nicht mal ihre Familie, konnte sie davon abhalten hier zu stehen und die Tanzfläche vor sich zum Beben zu bringen.
Die Französin hatte nicht mehr lange und doch war es der Blick eines Mannes, der ihre ganze Aufmerksamkeit abbekam. Eigentlich hatte sie heute gar nicht mehr an ihn gedacht, doch auf einmal war Miles seine Anwesenheit alles was sie nur noch wahrnahm und schenkt ihm wissentliches Zwinkern zu. Die beiden wussten ziemlich genau was sie aneinander hatten und doch ging jeder seinen eigenen Weg. Welcher das eigentlich genau war, wusste sie nicht und interessierte sie überhaupt nicht. Sie hatten alle ihre Geheimnisse und auch wenn Miles eines ihrer größten wusste, würde sie sich weigern ihm alles von sich zu erzählen. Dieser Kitzel, den anderen eigentlich gar nicht vollständig zu kennen, war es auch, der sie immer wieder zu ihm hinzog. Sie spürte das leichte antippen auf ihrer Schulter und sah in die Augen von Jay. Nur sehr widerwillig gab sie schließlich ihren Platz an seinen ab, lies dabei ihre letzten Töne über die Boxen hallen und wurde schließlich von einem tosenden Applause von der Bühne begleitet. Es war das Klatschen, Jubeln und die Pfiffe, die sie zum Grinsen brachte und in ihr beinahe so etwas wie einen Rausch auslösten. Sie fühlte sich einfach Federleicht und während sie auf ihrem Gang von der Bühne herunter noch hier und dort ein bisschen Lob einheimste – davon konnte man immerhin nie genug haben – und suchte die Menge nach dem Jüngern ab, hatte ihn aber ziemlich schnell erblickt und ging auf ihn zu. Heute sah er wieder besonders heiß aus und diese Jacke, würde sie am liebsten selbst anziehen oder auf dem Boden ihres Schlafzimmers sehen.
Fabienne sah ihn aus wachsamen Augen an, während er sie mit einem Ruck an sich zog und sie sofort seine starken Muskeln fühlte, gefolgt von einem kleinen Kniff in ihren Hintern. „Nur dort oben?“ Mit einem frechen Grinsen und einem starken Französischen Akzent legte sie eine Hand um seinen Nacken und hauchte ihm ein „Du hast keine Ahnung wie heiß mir gerade ist.“ in sein Ohr, während ein Finger sich in seine Gürtelschlaufe schlich. Fabi wusste, dass er sie jetzt nicht für eine andere fallen lassen würde. Wer würde das auch schon tun, immerhin war Fabienne bereit fast alles für ein wenig Spaß zu tun und das wusste er sehr genau. Langsam begann sie sich zur Musik zu bewegen, zog ihn dabei immer näher an sich heran und konnte schließlich seinen warmen spüren. Die Musik tat ihr übriges zu dieser Situation, war sie doch ganz anders als Fabiennes Musik und hatte eine leichte Brasilianische Note. Noch immer konnte sie seinen Arm auf ihrem unteren Rücken spüren und brachte sie zu einem leichten Lächeln, als sie sich mit leichten Halbkreis Bewegungen mit ihm zusammen bewegte. „Hab ich dir eigentlich schon einmal den Backstage Bereich gezeigt?“ Genau genommen bestand dieser nur aus ein paar kleineren Räumen fürs Lager und für die Mitarbeiter, einem langen Flur mit einigen Kisten und Boxen und doch war alles besser als die Tanzfläche. Sie wollte Miles. Er wusste es. Er wollte sie. Immerhin waren die Blicke ziemlich eindeutig gewesen und sonst würde sie nun auch nicht bei ihm stehen und ein gewisses Verlangen in sich spüren.





