04.03.2020, 17:23
I can't sleep until I feel your touch
— Fabienne & Miles | 04.03.2017, nachts | ORACLE —
OUTFIT | Die Nacht war bereits fortgeschritten. Die Menschenmenge bewegte sich passend zum Beat der Musik. An den Bars und in den Lounges tummelten sich Clubbesucher, die sich vom Tanzen ausruhten und ihren Durst in der breitgefächerten Getränkeauswahl löschten. Auch Miles gehörte zu denen, die an der Bar saßen. Vor einigen Stunden war er mit seinen Freunden hier hergekommen, doch inzwischen wusste er nicht mehr wo sie waren. Das geschah hin und wieder. Lucas hatte sich früh von ihnen verabschiedet, da er am nächsten Tag lernen musste und nicht verkatert sein wollte. Er wusste es nicht, aber Miles hielt ihn manchmal für einen Streber. Victoria hing wahrscheinlich irgendwo an den Lippen eines armen Studenten und Luca tat es ihr wohl gleich. Vielleicht hatte es sogar zwei Studentinnen im Arm und verdrehte ihnen den Kopf. Miles stand seinem besten Freund jedoch in nichts nach. Seit zwei Stunden klebte eine Schwarzhaarige an ihm. Sie hatten die halbe Nacht getanzt, dann hatte er sie auf einen Drink eingeladen. Hätte er gewusst, dass sie so wenig Alkohol vertrug, hätte er davon abgesehen. So saßen sie also hier an der Bar, sie saß halb auf seinem Schoß, strich immer wieder mit ihren dürren Fingern über seine Wangen und kaute ihm das Ohr ab. Sie faselte irgendetwas über eine Reise, die sie mit ihren Freundinnen machen wollte. Hin und wieder kicherte sie und bemerkte gar nicht, dass Miles ihr schon lange nicht mehr zuhörte. Sein Blick galt nämlich einer anderen Person, deren Präsenz den Raum erfasste. Fabienne Chevalier, die hier nur unter ihrem Künstlernamen Eiba bekannt war, stand am magischen Mischpult. Eine Hand hatte sie auf das Mischpult gelegt, die Andere war in die Luft gereckt. Dass sie die Musik spürte, war deutlich zu sehen. Ihre Augen waren geschlossen, ihr Körper entspannt. Miles Blick wanderte wie hypnotisiert über ihren Körper. Das schwarze Oberteil, das sich an ihren Oberkörper schmiegte, ließ tiefe Blicke gewähren. Er konnte ihren BH von hier aus sehen. Da sie hinter dem Mischpult stand, konnte er ihre nackten Beine nicht sehen, doch sie trug einen schwarzen Lederrock, der er ihr schon einmal von den Hüften gestrichen hatte. Der Harford war nicht der Einzige, der seine Augen nicht von ihr lassen konnte, doch er würde der Einzige sein, den sie heute Nacht in ihr Bett lassen würde. Wieso er sich so sicher war? Sie waren beide ziemlich heiß und es war nicht das erste Mal, dass sie gemeinsam Spaß hatten. „Miiiiles“, piepste die Schwarzhaarige an seinem Ohr und riss ihn somit aus seinen Gedanken. Er wandte seinen Blick um und sah in wässrige Augen. Begann sie zu weinen? Oh Gott. Sofort erhob sich der Student und schob die junge Frau auf den Barhocker neben ihm. Dann winkte er den Barkeeper herbei und ließ ihn wissen, dass die Schwarzhaarige völlig betrunken war. Nun war sie nicht mehr sein Problem, weshalb er sie ohne schlechtes Gewissen stehen ließ. Er hörte noch, wie sie ihm nachrief, doch dann verschwand er in der Menge. Tanzende Körper umgaben ihn, während er sich nach vorne durchkämpfte. Vor der kleinen Bühne blieb er stehen, begann zu tanzen und versuchte mit der Französin Blickkontakt aufzubauen. Es dauerte nicht lange bis sie seinen Blick vernahm und ihn erwiderte. Er zwinkerte ihr zu und schien zum richtigen Zeitpunkt gekommen zu sein. Fabienne wurde von einem südländisch aussehenden Mann auf die Schulter getippt, der ebenfalls im ORACLE auflegte. Es dauerte nicht lange, bis ihr letzter Song abebbte und sie sich bei der Menge verabschiedete. Ihr wurde entgegen gejubelt, dann trat der männliche DJ an das Pult. Wieder begegneten sich die Blicke der Französin und des Amerikaners. Sie ließ sich Zeit, während sie die Treppen hinabtrat und sich dann näherte. Es gab keinen Grund zu zögern, weshalb er einen Arm auf ihren unteren Rücken legte und sie an sich zog, sodass ihre Körper sich berührten. „Ma beauté“, hauchte er in ihr Ohr, als er sich vorbeugte. Seine Augen blitzten verspielt. „Wie immer warst du ziemlich heiß dort oben.“ Langsam ließ er seine Hand tiefer gleiten und kniff ihr in den wohl geformten Hintern.





